Speicher
Regenwasser muss vor Licht und Wärme (Temperaturen > 17°C wg. Algenbildung) geschützt werden. Deshalb ist eine unterirdische Lagerung vorzuziehen. Am besten geeignet sind fugenlose Beton-Behälter (haltbar, preiswert, einfach einzubauen, schwimmen nicht auf, sind befahrbar und nehmen auch die Erdkräfte problemlos auf) oder Kunststoff-Behälter (für Händler leicht lager- und transportierbar).
Die Speichergröße richtet sich nach Regenwasserertrag und Brauchwasserbedarf. Faustformel: 1 m³ Speicherkapazität pro Person, mehr ist meist unvorteilhaft.
Wichtig sind:
- Beruhigte Einleitung vorgefilterten Regenwassers bis knapp über den Zisternenboden, um den für die Wassergüte wichtigen Sauerstoff einzubringen.
- Entnahme aus dem saubersten Bereich (ca. 10 cm unter der Wasseroberfläche).
Bitte sprechen Sie unbedingt die Einbautiefe mit uns durch, da diese von der Tiefe des Regenwasserzulaufs, dem verwendeten Filtersystem, der Verbindungsleitung zum Haus und dem Überlauf abhängt. Tiefbauer und Architekten sind diese speziellen Zusammenhänge nicht bekannt!
Filter
Filter sollten grundsätzlich vor dem Speicher montiert werden. Wenig brauchbar sind Kies-, Sand- oder Topffilter, da sie zurückgehaltene Verunreinigungen sammeln und leicht verstopfen oder verkeimen können.
Gut geeignet ist ein möglichst selbstreinigendes Filtersystem, das eine Verstopfung und Verkeimung des Filters verhindert und einen direkten Transport des Filtrats zur Versickerung oder in den Kanal gewährleistet.
Auf zusätzliche im Haus installierte Feinfilter sollte man möglichst verzichten (Verkeimungsgefahr, Druckverluste, Kosten, Berstgefahr, hoher Wartungsaufwand).
Pumpen
Grundsätzlich gilt: Drücken ist besser als Saugen. Eine Regenwasser-Tauchpumpe ist also einer Saugpumpe vorzuziehen. Ideal sind mehrstufige Kreiselpumpen aus korrosionsbeständigen Materialien wie Edelstahl oder Kunststoff mit einer schwimmenden Entnahme.
Wichtig ist, daß die Pumpe keinen wassergefüllten Druckbehälter hat, da dieser schon nach wenigen Wochen verkeimt (wenig Wasseraustausch, die in der Membran enthaltenen Weichmacher sind Nahrung für Mikroorganismen).
Weitere Kriterien sind eine korrekte Pumpendimensionierung, ein geringer Energieverbrauch und ein leiser, vibrationsarmer Lauf.
Vorteilhaft bezüglich Kosten und Druckverlust ist es, den Saugschlauch durchgehend von der schwimmenden Entnahme bis zur Pumpe zu verlegen.
Rohrleitung
Als Werkstoff für das Regenwasser-Rohrleitungsnetz ist Kunststoff, bevorzugt Polyethylen (PE), zu verwenden, um Korrosion und Lochfraß langfristig auszuschließen. Die Regenwasserleitungen und Entnahmestellen sind zu kennzeichnen.
Steuerung
Preisabhängig können entsprechend komfortabel geregelt werden:
- der Betrieb mit Trinkwasser (wenn die Zisterne leer ist);
- der Trockenlaufschutz der Pumpe;
- eine Füllstandsanzeige des Speichers;
- weitere Kontroll- und Servicefunktionen.
Mechanische Schwimmerschalter sind wegen einer großen Nachspeisemenge nicht mehr empfehlenswert.
Wasserqualität / Hygiene
Selbst die Qualität von langfristig gespeichertem Regenwasser ist gut, wenn die vorherigen Planungsregeln eingehalten werden. Im Tank findet - wie in jedem natürlichen Gewässer - eine Selbstreinigung durch Mikroorganismen statt.
Regenwasser ist sehr weiches Wasser und eignet sich sehr gut zum Wäschewaschen. Zusätzlich wird Waschmittel eingespart.
Im Gegensatz zur Trinkwasserinstallation sollten jedoch Werkstoffe wie Kupferrohr oder z.B. Grauguss nicht verwendet werden. Die übliche Sanitärinstallation und Waschmaschinen sind hiervon nicht betroffen, da sie aus korrosionsbeständigen Werkstoffen bestehen (Keramik, Kunststoff und Edelstahl).
Rechtliche Grundlagen
Die Verbindung von Trinkwasser- und Regenwasserleitungen - auch bei Einsatz von Rohrtrennern und Rückschlagventilen - ist nicht zulässig und sollte auf jeden Fall vermieden werden. Erlaubt ist nur eine Verbindung über einen freien Einlauf (Trichter).
Das Entwässerungsamt Ihrer Kommune genehmigt den Anschluss an die Kanalisation und befreit von der Regenwassergebühr. Befreit werden in der Regel Anlagen, zumindest einen Verbraucher im Haus versorgen (z.B. Waschmaschine im Keller). Reine Gartenanlagen werden in der Regel nicht berücksichtigt. Vor Inbetriebnahme einer Regenwassernutzungsanlage besteht Mitteilungspflicht gegenüber dem Wasserversorgungsunternehmen, das auch berechtigt ist, die Anlage zu besichtigen.





